Generationswechsel bei Quallen

Bei dem Generationswechsel handelt es sich in der Biologie um einen meist regelmäßigen Wechsel einer sich geschlechtlich fortpflanzenden Generation und einer oder mehreren sich ungeschlechtlich vermehrenden Generation bei einer Tier- oder Pflanzenart.

Auf die Quallen übertragen heißt dieses, dass es eine Medusengeneration und eine Polypengeneration gibt, zumindest bei den meisten Quallenarten.

Der Übergang von der Medusengeneration zu der Polypengeneration findet über eine geschlechtliche Fortpflanzung der Medusen statt.

Hierzu geben die männlichen Medusen Spermien ins Wasser ab. Durch Strömungen und Wasserbewegungen gelangen diese zu den weiblichen Geschlechtsorganen, wo sie mit den Eizellen verschmelzen. Nach der Verschmelzung entwickeln sich die Zygoten zu Larven, die an den Mundarmen als orange Färbung zu erkennen sind.


Deutlich sind auf diesem Bild die Mundarme zu sehen, an denen die Larven durch ihre orange Farbe zu erkennen sind.
 

Wenn die Larven sich weit genug entwickelt haben, werden sie ins Wasser abgegeben. Als Wimperlarven treiben sie fortan als Plankton, wie ihre „Eltern“ die Medusen, durchs Wasser auf der Suche nach einem geeigneten Hartsubstrat. Wenn ein geeignetes Hartsubstrat gefunden wurde, z.B. die Schale einer Miesmuschel, setzt sich die Wimperlarve am Boden fest und bildet sich zu einem Polypen um.

Hier kann man eine wesentliche Teilung zwischen der Medusen- und Polypengeneration machen. Die Medusengeneration wird dem Plankton zugeordnet und die Polypen dem Bethalbewohnern, in diesem Fall sogar den Prebenthos.

In der folgenden Abbildung ist der Wechsel zwischen Plankton und Benthos zu erkennen. Es ist die Verschmelzung der Ei- und Spermazelle dargestellt, dann die Wimperlarve, die das Plankton verlässt wenn sie sich am Boden festsetzt und als Polyp jetzt dem Benthalbereich zuzuordnen ist.

 

Nachdem sich die Wimperlarven am Boden zu Polypen umgewandelt haben, bildet sie sich weiter aus.

Um eine Größenvorstellung der Polypen zu bekommen, sind in der folgenden Abbildung einige Polypen neben einer Seepocke zu erkennen.


Hier sind neben einigen Seepocken einzelnen Polypen zu erkennen.

Die Polypen bilden jetzt einzelne „Medusenscheiben“, die aufeinander gelagert werden um diese nach und nach als junge Medusen ins Wasser abzugeben. In der Abbildung ist deutlich zu erkennen, wie einzelnen „Medusenscheiben“ aufeinander angelagert sind.

Die Vermehrung in der Polypengeneration ist, im Gegensatz zu Medusengeneration, ungeschlechtlich. Hier werden durch Knospung oder/und Abschnürung die neuen Individuen gebildet. Die abgeschnürte junge Meduse entwickelt sich weiter zu einer geschlechtsreifen Meduse. 

Bei den Ohrenquallen geschieht dieses durch die Querteilung des Polypen.

Durch diese ständige und permanent fortlaufende Bildung der Polypen von Medusen, wird den Quallen das Attribut Unsterblichkeit zugesprochen.