Limnische Tiergruppen

Um einen besseren Überblicke zu bekommen, welche unterschiedlichen Tiergruppen sich in dem Ökosystem Süßwasser anfinden lassen, wird im Folgenden eine Übersicht gegeben.

 

Wirbeltiere

Wirbeltiere sind Tiere, deren Körper durch ein knorpeliges oder knöchernes inneres Achsenskelett oder einer aufgebauten Wirbelsäule gestützt wird.

 
Amphibien

Die Amphibien sind die stammesgeschichtlich älteste Klasse der Landwirbeltiere. Sie werden oft als „doppellebig“ bezeichnet. Dieses kommt daher, dass die meisten Amphibien ein Larvenstadium im Wasser (Kaulquappen mit Kiemen) durchlaufen und anschließend an Land leben (Adulte mit Lunge).

Ausgewachsene Tiere bewohnen meist sowohl aquatische als auch terrestrische Lebensräume und sind somit auf die Nähe von Gewässern angewiesen. Viele Arten sind nachtaktiv, um sich vor Fressfeinden zu schützen und den Wasserverlust über die Haut gering zu halten.

Zu den Amphibien zählen:

     Schwanzlurche

     Froschlurche

     Blindwühlen (kommen in den Tropen vor)


Reptilien

Die Reptilien sind eng mit den Vögeln verwandt und bilden eine Klasse der Wirbeltiere, die genau am Übergang zwischen den niederen und höheren Vertebraten (Wirbeltiere) stehen.

 Zu den Reptilien gehören:

     Brückenechsen

     Eidechsen

     Schlangen

     Krokodile

     Schildkröten

 
Wasservögel

Als Wasservögel werden verschiedene Vögel bezeichnet, die häufig auf oder im Wasser schwimmend anzutreffen sind und dazu Anpassungen wie Schwimmhäute an den Füßen besitzen.

Zu den Wasservögeln gehören:

     Entenvögel und andere Gänsevögel

     Lappentaucher

     Seetaucher

     Rallenvögel wie z. B. die Blässhühner

     Einige Ruderfüßer wie die Pelikane, Kormorane und Schlangenhalsvögel

     Die (zu den Watvögeln gehörenden) Wassertreter

     Pinguine

 
Wasserlebende Säugetiere

Viele der damals in Deutschland wasserlebenden Säugetiere sind stark gefährdet oder ausgestorben. 

Wasserlebende Säugetiere sind z.B.:

     Biber

     Fischotter

     Europäischer Nerz

     Schermaus, Wasserspitzmaus

     Bisamratte

     Teich- und Wasserfledermaus


Fische

Fische sind die ältesten fossil nachgewiesenen Wirbeltiere, deren Vertreter bereits vor fast einer halben Milliarde Jahren lebten. Sie kommen heute mit etwa 25000 Arten vor, davon ca. 5000 im Süßwasser. (200 davon in Mitteleuropa)

Man unterscheidet zwischen:

     Kieferlose     

     Kiefermünder

 

Fische – Kieferlose

Kieferlose zeichnen sich dadurch aus, dass sie schlangenartige Fische sind, die keine Schuppen, keine Knochen und keine paarigen Flossen besitzen.

Sie haben ein rundes Saugmaul mit Kreisen von Hörnzähnen.

Zu den Kieferlosen gehören:

      Schleimaale

      Inger

      Neunaugen

 

Fische – Kiefermünder

Die Kiefermünder werden weiter unterschieden in:

      Knorpelfische

     Haie, Rochen und Chimären (sind im europäischen Süßwasser nicht vertreten)

      Knochenfische

     Bilden ein knöchernes Skelett und besitzen ein Lungen-Schwimmblasenorgan

     Ein gutes Bestimmungsmerkmal ist die Form:

»     Flach

»     Hochrückig

»     Langgestreckt

»     Aalartig

»     Pfeilförmig

     Und die Flossen

»     Paarige: Bauch- und Brustflossen

»     Unpaarig: Rücken-, After, Schwanzflosse

 

 

Wirbellose

Als Wirbellose  bezeichnet man alle Tiere ohne eine Wirbelsäule. Zu den Wirbellosen gehören daher alle Tierstämme, mit Ausnahme der Chordatiere, von denen nur die beiden Unterstämme Manteltiere und Schädellose zu den Wirbellosen zählen, während der dritte Unterstamm die Wirbeltiere darstellt.

 
Gliederfüßer

Rund 80 Prozent aller bekannten heute lebenden Tierarten sind Gliederfüßer, die meisten davon Insekten.

Die Gliederfüßer zeichnet ihr gegliederter Körperbau, mit maximal einem Paar Gliedmaßen je Segment (Beine, Mundwerkzeuge, Antennen), ein versteiftes Außenskelett, das beim Wachstum wiederholt durch Häutung ersetzt werden muss, aus.

Zu den Gliederfüßern zählen Tiere wie:

     Insekten

     Tausendfüßer

     Krebse

     Entenmuscheln

     Spinnen

     Skorpione

     Milben

 

Spinnentiere

Die Spinnentiere werden den Gliederfüßern untergeordnet. Gemeinsam mit den Pfeilschwanzkrebsen bilden sie den Unterstamm der Kieferklauenträger.

Markantestes Merkmal sind ihre vier Paar Laufbeine, was sie neben dem meist nur zweigeteilten Körper vor allem von Insekten unterscheidet.

Zu den Spinnentieren gehören:

     Die klassischen Spinnen

     Weberknechte

     Skorpione

     Milben

 

Krebstiere

Die Krebse oder Krebstiere bilden mit weltweit beinahe 40.000 Arten eine sehr große Gruppe innerhalb der Gliederfüßer. Die Angehörigen dieser Gruppe zeichnen sich vor allem durch eine extreme Formenvielfalt aus, die als Anpassung an die verschiedenen Lebensräume und Lebensweisen entstanden sind.

In marinen und limnischen Ökosystemen nehmen die Krebse, vor allem die Kleinkrebse der Zooplanktons (Wasserflöhe, Ruderfußkrebse, Krillkrebse und andere), eine Schlüsselposition ein. Als Konsumenten ernähren sie sich vom pflanzlichen Plankton des Meeres und des Süßwassers und regulieren so den Pflanzenwuchs.

 

Insekten

Insekten, auch Kerbtiere oder Kerfe genannt, sind die artenreichste Klasse der Gliederfüßer und zugleich die artenreichste Gruppe der Tiere überhaupt. Mindestens 80% Prozent der bekannten Tierarten oder weit über eine Million Arten gehören dazu.

Die Größe der Insekten variiert sehr stark und liegt bei den meisten Arten zwischen einem und 20 Millimetern. Entsprechend ihrer Lebensweise kann der Körper der Insekten langgestreckt, abgeflacht oder mehr oder weniger kugelig sein. Allen Insekten gemeinsam ist die meist deutlich sichtbare Gliederung des Leibes in Kopf, Brust und Hinterleib, der feste Chitinpanzer und das Vorhandensein von genau drei Beinpaaren.

Alle Körperteile bestehen aus einzelnen Segmenten, die eine Rückenplatte, eine Bauchplatte  sowie Seitenplatten aufweisen.

 

Weichtiere 

Die Weichtiere oder Mollusken bilden einen arten- und formenreichen Tierstamm innerhalb der Tiere, die mit echten Zellgeweben ausgestattet sind. 

Weichtiere leben mit Ausnahme der Polarregionen und der Hochgebirge in allen Lebensräumen der Erde. Die meisten Mollusken leben allerdings im Meer. Die Muscheln finden sich auch im Süßwasser und teilweise sogar in feuchter Erde. Alle anderen Lebensräume werden von der größten Gruppe der Weichtiere, den Schnecken, besiedelt.

Zu den Weichtieren gehören:

-          Schnecken

-          Muscheln

-          Würmer

-          Moostierchen und Nesseltiere

-          Schwämme

 
Schnecken

Schnecken bilden die artenreichste Tierklasse aus dem Stamm der Weichtiere. Über 43.000 Arten sind bekannt, das heißt, 78% aller bekannten Weichtierarten sind Schnecken. Sie können sowohl an Land, als auch im Wasser leben. Zudem kommen amphibische Formen vor. Ihre Größe variiert von unter 1 mm bis zu über einem Meter.

 
Muscheln

Die Muscheln unterscheiden sich von den Schnecken darin, dass ihr Gehäuse aus zwei kalkigen Schalen besteht und ein weitgehend reduzierter Kopf. Sie leben weltweit in Salz- (zu 80 %), Brack- und Süßwasser und sind meist zwischen 0 und 100 m, selten bis 11.000 m Wassertiefe zu finden. Muscheln leben im Meeresgrund, sind an ihm festgewachsen oder liegen frei auf ihm. Die meisten Muschelarten ernähren sich von Plankton, das sie mit ihren Kiemen aus dem Wasser filtern.

 
Würmer

Als Würmer bezeichnet man eine ganze Reihe, zum Teil nur sehr entfernt verwandter, wirbelloser Tiere. Sie zeichnen sich durch einen langgestreckten, schlauchförmigen Körperbau und eine kriechende Fortbewegungsweise aus. Wir unterscheiden hier: Wenigborster, Vielborster, Egel, Strudelwürmer und weitere. Die Wenigborster sind eine der beiden Ordnungen der Gürtelwürmer, die ihrerseits zu den Ringelwürmern gehören. Sie umfassen etwa 3.500 Arten, von denen etwa 600 im Meer leben, die übrigen im Süßwasser oder auf dem Land. Die Egel werden ebenfalls zu der Ordnung der Gürtelwürmer gezählt, die ihrerseits zu den Ringelwürmern gehören. Sie umfassen rund 300 Arten. Bei den Strudelwürmern handelt es sich um eine Klasse der Plattwürmer. Sie umfassen etwa 3000 Arten, die alle freilebend vorwiegend in den Meeren und im Süßwasser, selten an Land vorkommen.

 
Moostierchen und Nesseltiere

Moostierchen, auch Bryozoen genannt, sind Vielzeller, die im Wasser leben. Aufgrund ihrer mikroskopischen Größe sind Einzeltiere schwer auszumachen, ausgedehntere Kolonien sind aber leicht als flächige Struktur, zum Beispiel auf angeschwemmtem Seetang, zu erkennen. Die Nesseltiere sind einfach gebaute, vielzellige Tiere, die die Küsten, den Grund und das offene Wasser der Weltmeere und einige Süßgewässer bewohnen und durch den Besitz von Nesselkapseln gekennzeichnet sind. Bekannte Untergruppen sind Schirm- und Würfelquallen, die sessilen Blumentiere mit den Seeanemonen, Stein- und Weichkorallen sowie die vielgestaltigen Hydrozoen, zu denen auch die Staatsquallen und der in Bächen und Flüssen in Mitteleuropa heimische Süßwasserpolyp gehören.

 
Schwämme

Die Schwämme bilden einen Tierstamm innerhalb der Abteilung der Gewebelosen. Sie leben allesamt im Wasser und kommen in allen Meeresgewässern der Erde vor. Nur wenige Arten leben im Süßwasser. Es gibt über 7500 Arten von wenigen Millimetern bis über drei Meter Höhe. Die Gestalt der meisten Arten ist abhängig von Ernährung und Milieu. Im Unterschied zu den Gewebetieren haben Schwämme keine Organe. Sie leben sessil, bevorzugt auf Hartboden, können aber auch Überzüge auf Pflanzen oder Muschelschalen bilden. Der überwiegende Teil der Schwämme ernährt sich durch Filtration. Charakteristisch für Schwämme ist ihr kompliziertes System innerer Kanäle und Hohlräume.